(Platzhalter) junge afrikanische Frau
Maria Schneider P. Jakob Wellenzohn
Logo der Comboni-Missionare der DSP Christine Hügler
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien afrikanischer Mann
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Mädchen aus Piura/Peru
Daniel Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

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Ansprache von Sr. Johann McLeod CMS (Provinzoberin) in St. Josef (Nürnberg), 22. Oktober 2003

Die Heiligsprechung von Comboni war eine wunderbare Feier, welche die Anerkennung eines großen Missionars durch die Kirche betonte. Sie bedeutet jedoch auch, dass Daniel Comboni als Modell für missionarisches Leben aufgezeigt wird – nicht nur für die Mitglieder der Institute, die er gegründet hat, sondern für jedermann. Mit der Heiligsprechung von Comboni erneuert die Kirche ihren Ruf, dass jeder und jede von uns missionarisch sein soll. Wir sind alle mit dem Propheten Jesaja berufen, "die Menschen mit zerbrochenem Herzen zu trösten, gute Nachricht den Betrübten zu bringen, Freiheit den Gefangenen zu verkünden, die Gefangenen frei zu lassen und ein Gnadenjahr des Herrn zu verkünden" (vgl. Jes. 61).

Hat aber Comboni uns heute etwas Relevantes zu sagen?

Comboni blickte nach Afrika. Dort, wo andere, sogar in der Kirche, Hoffnungslosigkeit und Tod sahen, erblickte Comboni Potential, Leben, Möglichkeiten. Er war im Stande, einen Traum für Afrika zu haben. Er nannte Afrika die "Schwarze Perle": Eine Schönheit, einzigartig, unbezahlbar, wünschenswert – während seine Zeitgenossen in Afrika einen Ort sahen, den man ausbeuten konnte, ein verletztes und missbrauchtes Afrika. So gab es den Skandal des Sklavenhandels, das "Gerangel um Afrika" und die Kolonialzeit. 

Comboni wusste, dass Afrika kostbar war und dass ohne es die Kirche und die Welt unvollständig wären, ihnen etwas Bedeutsames fehlen würde. Doch wo stehen wir, 150 Jahre später? In Nord-Uganda starben in den vergangenen paar Jahren eine halbe Million Menschen eines gewaltsamen Todes, im Süd-Sudan zwei Millionen, Unzählige in Liberia und bei anderen Konflikten auf dem Kontinent. Wir haben tausende Kindersoldaten und Kinder, welche ins Geschäft mit dem Sex verkauft werden. Wie können wir ein Jahr der Rettung durch den Herrn verkünden? Ist nicht die Zeit gekommen zu sagen "genug ist genug"? Lasst uns die Worte Combonis wiederholen und verkünden, dass "die Stunde Afrikas" gekommen ist!

Das Potential und die Begabung der Menschen in Afrika wird erstickt durch Gewalt und wirtschaftliche Instabilität: Wir können nicht länger still halten! Die Stimme Afrikas ist schon zu lange in der Kirche und in der Welt niedergehalten worden. Sind wir bereit, auf diese Stimme zu hören? Sind wir fähig, auf Afrika zu blicken und dort Schwestern und Brüder zu sehen, welche dieselben Sehnsüchte und Träume haben wie wir – die Träume, welche wir für uns und unsere Kinder haben? 

Ich bin überzeugt, dass, wenn wir das tun, wenn wir wirklich hinhören und wenn wir wirklich hinschauen, wir einfach unser Herz öffnen und unser Leben verändern müssen. Comboni wollte, dass alle am Projekt Afrika mitmachen: Frauen und Männer, Laien und Geweihte, du und ich!

Die Welt und die Kirche brauchen Afrika, müssen Afrika wahrnehmen: seinen kulturellen Reichtum, seinen Enthusiasmus, seine Energie, seinen Glauben und seine Intelligenz.

Wenn die Heiligsprechung von Comboni einen Sinn für uns machen soll, dann müssen wir uns alle für eine bessere Welt einsetzen. Durchs Hinhören, durchs Lieben, durch das Sein wie der gute Hirte im Evangelium. Lasst uns mit Comboni wiederholen und mit ihm davon überzeugt sein, dass "die Stunde für Afrika gekommen ist". Lasst uns dieses "Gnadenjahr des Herrn" ausrufen. 

Es genügt nicht, MissionarInnen zu helfen. Jetzt muss die Herausforderung für jede und jeden von uns die sein, selber MissionarIn zu werden.

Amen.

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