(Platzhalter) Sr. Assunta Arraghie
Hermann Bentele P. Günther Hofmann
Logo der Comboni-Missionare der DSP Stefanie Dandolo
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien afrikanischer Mann
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Mädchen aus Piura/Peru
Daniel Mädchen aus Tabankulu (Südafrika)
(Platzhalter) Indigena-Frau

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Ansprache zum Papstsonntag und Heiligsprechung von Daniel Comboni am 19. Oktober 2003

Liebe Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonischen Dienst, verehrte Schwestern, Brüder und Patres aus dem Orden der Comboni-Missionare, liebe Angehörige der Dompfarrei, die heute ihren Gottesdienst mit uns feiern, liebe Kolpingfamilie aus meiner früheren Pfarrei Rothemann, liebe Mitchristen aus nah und fern!

  1. Alljährlich wird hier in unserem Dom der Papstsonntag begangen. Am Sonntag nach dem 16. Oktober, dem Wahltag von Johannes Paul II., gedenken wir des Papstes und seines Dienstes für die Kirche. Heute haben wir ganz besonderen Grund dazu! Wir gratulieren dem Heiligen Vater zum Silbernen Papstjubiläum. Mit der ganzen Kirche danken wir ihm für seinen unermüdlichen, selbstlosen Dienst für das Evangelium, für die Kirche und die Gesellschaft, für seinen Einsatz für die Armen, für die Wahrung der Menschenrechte, des Friedens und der Gerechtigkeit.
    Wir freuen uns mit ihm und wünschen ihm Pax et Bonum, Friede und Heil.
     
  2. Mit dem Gedächtnis des Silbernen Papstjubiläums verbinden wir heute den Dank für die Heiligsprechung von Daniel Comboni am 5. Oktober dieses Jahres zusammen mit Arnold Janssen und Josef Freinademetz. Wir danken den Comboni-Schwestern und Brüdern, dass Sie Bamberg zum Ort ihrer zentralen deutschsprachigen Danksagungsfeier erwählt haben. Wir fühlen uns dadurch geehrt und feiern gern mit Ihnen. Die Orden der Combonimissionarinnen und –missionare sind in Bamberg und Nürnberg segensreich tätig. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, heute Ihnen unseren Dank für die Dienste in unserem Erzbistum zu sagen. Vergelt’s Gott für alles!
     
  3. Einen dritten Aspekt verbinden wir mit dem heutigen Papstsonntag: Den Abschluss der Vorbereitung auf den Weltmissionssonntag am 26. Oktober in unserem Erzbistum Bamberg. Das macht uns darauf aufmerksam, dass wir den Gedanken der Weltmission, aber auch der Evangelisation bei uns erneut in den Blick nehmen müssen.
     
  4. Liebe Schwestern und Brüder! Das bezeichnendste für das Pontifikat von Papst Johannes Paul II. sind seine vielen Reisen. Das wurde bei den Rückblicken der letzten Tage immer wieder betont. In den vergangenen 25 Jahren hat Karol Wojtyla über 100 Reisen unternommen und dabei über 120 Länder besucht. Diese Reisen hat er selbst von Anfang an und immer wieder als Pilgerreisen und sich selbst als Pilger bezeichnet. Warum? Was zeichnet einen Pilger aus? Was ist das charakteristische an einer Pilgerreise? Und wie hat sich unser Papst als Pilger verstanden? Über diese Fragen nachzudenken lohnt sich, Schwestern und Brüder! Es kann uns helfen, Papst Johannes Paul II. und den heiligen Daniel Comboni besser zu verstehen und auch dabei etwas für unser christliches Leben zu lernen.
    Es ist eine alte Tradition, den Weg der Christen als Pilgerweg zu verstehen. Nach dem Lukasevangelium ist der Weg Jesu aus Galiläa nach Jerusalem ein Pilgerweg. Der heilige Ignatius von Loyola bezeichnet seine Biographie: "Bericht des Pilgers“. Die gesamte russische Spiritualität ist in "Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers“ zusammengefasst. Der heilige Bonaventura hat sein Hauptwerk "Itinerarium mentis ad Deum – Pilgerweg des Geistes zu Gott“ überschrieben. In der christlichen Theologie und Spiritualität hat die reale und die geistige Pilgerschaft große Bedeutung. Was ist Pilgerschaft? Der Pilger geht erstens weg von zu Hause zu anderen Menschen und an andere Orte, um dort Gott und Jesus Christus, Maria und die Heiligen zu verehren. So geschieht es im Heiligen Land, in Lourdes, Fatima, Santiago de Compostella, in Guadalupe und Altötting. Gläubige und Zeugnisse des Glaubens gibt es überall weltweit. Der Pilger nimmt dort die Glaubenszeugnisse der Menschen und der Pilgerorte wahr und stärkt dadurch seinen Glauben.
    Der Pilger will zweitens aber auch den Glauben dort, wo er hinreist, stärken. So hat es schon der hl. Paulus gesehen. Er schreibt an die Römer: "Denn ich sehne mich danach, euch zu sehen. Ich möchte euch geistliche Gaben vermitteln, damit ihr dadurch gestärkt werdet, oder besser, damit wir, wenn ich bei euch bin, Zuspruch empfangen durch euren und meinen Glauben“ (Röm 1,11 f.). So ist Papst Johannes Paul II. nun 25 Jahre aller Welt und allen Menschen als Pilger begegnet und hat die christliche Pilgerschaft auf beispielhafte Weise der ganzen Kirche vorgelebt.
     
  5. Liebe Mitchristen! Die Pilgerschaft des Papstes zu bedenken und nachzuahmen kann unser Leben als Christen sehr befruchten. Sie weist uns darauf hin, dass auch wir den Glauben und die Zeugnisse des Glaubens anderer Menschen und Kulturen wahrnehmen, anerkennen und uns darüber freuen. Dadurch erweisen wir Respekt, Achtung und Wertschätzung den anderen Menschen, Völkern, Kulturen und Religionen. Das aber schafft Beziehung und wird zur Basis für Verständigung und Friede. Daran hat es zu oft bei der Missionsarbeit in der Vergangenheit gemangelt. Dieser Mangel macht auch heute die Verständigung und den Dialog zwischen Religionen, Kulturen und Völkern schwierig. Weil sich Papst Johannes Paul II. als Pilger versteht, konnte er auch an die Klagemauer in Jerusalem gehen und die Moschee in Damaskus besuchen.
     
  6. Es gibt bei uns und weltweit viele Zeugen und Zeugnisse des Glaubens. Schauen wir zunächst auf unsere Kirchen, auf die Wegkreuze, die Wallfahrtsorte, die Statuen und Figuren an unseren Häusern. Achten, schätzen wir diese Zeugnisse des Glaubens. Feiern wir in ihnen die Gottesdienste. Lassen wir uns von jedem Wegkreuz und jeder Statue ansprechen, registrieren wir dankbar diese Zeugnisse des Glaubens. Sie können unseren Glauben stärken, wenn wir die Kirche bewusst wahrnehmen und noch mehr, wenn wir in sie eintreten zu kurzer Besinnung und Gebet. Beim Vorbeigehen oder –fahren an einem Kreuz, an einer Statue am Haus, kann immer ein kurzes, freudiges Glaubensbekenntnis abgelegt, Dank gesagt und ein Bittgebet gesprochen werden.
    Noch mehr müssen wir die Zeugen des Glaubens bei uns registrieren. Es gibt sie überall. Ich denke an die Heiligen und Seligen. Heute kommt eine neue dazu: Mutter Theresa. Es gibt aber auch die vielen lebendigen Zeugen unter den jungen Menschen, die sich in den verschiedensten Gruppen z. B. der KJG, der Pfadfinder, der Fokulare, der Gemeinschaften christlichen Lebens, der Franziskanischen Jugend zusammenfinden, um gläubig ihren Alltag zu gestalten. Es gibt die jungen Familien, die sich in den Pfarreien oder auch überpfarreilich engagieren, die zum Familiengottesdienst oder Kindergottesdienst zusammenkommen. Es gibt aktive Kolping-, KAB- und Frauenbundgruppen. Es gibt die vielen freiwilligen Helfer in den Pfarreien, die sich in den Dritte-Welt- oder Missions-Vereinen engagieren, es gibt die alten Menschen, die treu im Gebet sind und vorbildlich als Christen, auch im Leiden und in Krankheit, leben und selig sterben. Es gibt bei den Muslimen, Juden, Buddhisten und den Religionslosen Zeugnisse des Glaubens und der Liebe.
    Pilger sein bedeutet, das alles zu sehen, wahrzunehmen, dankbar dafür zu sein, sich darüber zu freuen und so seinen eigenen Glauben zu stärken.
    Seien wir mehr Pilger in diesem Sinn, Schwestern und Brüder! Wir werden frohere, dankbarere Christen werden.
     
  7. Der Pilger will auch gute Gaben geben, indem er mit seinem Glauben den Glauben der anderen stärkt. Er will den Lobpreis und den Dank, aber auch das Suchen und Bemühen um eine gerechtere, friedvollere, freudigere Welt dort, wo er hinkommt, unterstützen. Diese Unterstützung schließt auch politisches, soziales und rechtliches Engagement ein.
    Pilger sein heißt, die jungen Menschen und die Familien fördern und den alten Menschen Hilfe und Stütze zu geben. Pilger sein heißt, die am Rand Stehenden sehen und versuchen sie zu integrieren: die Drogenabhängigen, die dauerhaft Kranken, die moralisch und sozial ins Abseits Geratenen.
    Liebe Schwestern und Brüder! Die Pilgerschaft ist das Bezeichnende für Johannes Paul II., das Rezept seines Erfolges. So hat er 25 Jahre lang sein Pontifikat ausgeübt. Er hat Glauben, Hoffnung und Liebe erlebt und gebracht, gestärkt und Stärkung erfahren. Darin können wir ihm mit unseren Möglichkeiten nachfolgen. Versuchen wir es aus ganzem Herzen.
     
  8. Liebe Combonimissionarinnen und –missionare. Ich habe Sie bei meiner Ansprache nicht vergessen! Ich meine wie Papst Johannes Paul II., hat auch der heilige Daniel Comboni sein missionarisches Leben als Pilger gelebt. In christlicher Pilgerschaft zog er von Ort zu Ort, besonders durch Afrika, um den Menschen das Evangelium Jesu Christi zu bringen. Auch seine neue Missionsmethode bestand darin, die Samenkörner des Glaubens in den anderen Menschen und Kulturen, besonders in Afrika zu sehen, anzuerkennen und sie zu entfalten. Er wollte nicht den christlichen Glauben und die christliche Kultur überstülpen, sondern die Zeugnisse des Glaubens und der Liebe entdecken und bestärken und so zum christlichen Leben hinführen. In seiner Nachfolge befinden sich Tausende Frauen und Männer, die wie er missionarisch tätig sind und sein wollen. Mit ihnen freuen wir uns, dass Daniel Comboni heiliggesprochen wurde. Möge er Ihnen, liebe Combonis und allen Christen Beispiel sein. Möge er vor allen Dingen auch viele junge Menschen dem Orden der Combonischwestern und –missionare zuführen. Möge er die Evangelisation und die Mission in der ganzen Kirche stärken, damit alle Menschen Jesus Christus erkennen und lieben.
     
  9. Die Combonimissionare verehren das Herz Jesu. Sie heißen Missionare vom Herzen Jesu. Zum Fest des hl. Daniel Comboni gehören die alttestamentliche Lesung vom Gottesknecht, der Friede und Gnade bringt und das Evangelium vom Guten Hirten. Das Herz Jesu, das für uns geöffnet wurde, schenkt uns Friede, Freude und Liebe. Dieses Herz gilt es nachzuahmen.

Liebe Mitchristen! Dieser Papst-Sonntag 2003 zum 25-jährigen Papstjubiläum und diese Danksagungsfeier für die Heiligsprechung von Daniel Combonis soll unsere Herzen entflammen. Diese beiden Feiern mögen uns zu Pilgern Jesu Christi für das Heil der Menschen machen. Wir werden als Pilger des Glaubens selbst frohere Christen und echtere Missionare hier und weltweit.

Gott segne uns dazu!

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