(Platzhalter) junge afrikanische Frau
Maria Schneider P. Herbert Gimpl
Logo der Comboni-Missionare der DSP Nina Kerker
Jugendliche aus Kibremengist (Äthiopien) afrikanischer Mann
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Indio-Junge
Albert Klingler Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

zurück zur „Übersicht

05.11.2006

Einweihung Milland am 4. November 2006

Das renovierte Missionshaus MillandNach 1½ Jahre andauernden Sanierungsarbeiten konnte das Ordenshaus der Comboni-Missionare in Brixen-Milland am Samstag, 4. November 2006, eingeweiht werden. Immer wieder waren Schwierigkeiten am Bau aufgetreten, doch jetzt konnte ein gewisser Schlusspunkt gesetzt werden.

So waren auch die Repräsentanten des Landes Südtirol, der Stadt Brixen, der Ortskirche und der an der Sanierung beteiligten Firmen zu einer einfachen Feier gekommen. Auch Adolf Bachler, ein befreundeter Künstler aus Graz-Messendorf, der die neue Hauskapelle mit ihren farbigen Glasfenstern gestaltet hatte und die während der Feier von Bischof Dr. Wilhelm Egger neu eingeweiht wurde, konnte mit seiner Frau unter den Gästen begrüßt werden. Von der Generalleitung der Comboni-Missionare in Rom waren Generalvikar P. Fabio Baldan, P. José Odelir, P. Tesfamariam Ghebrecristos und P. Joe Sandri angereist wie auch Mitbrüder aus Verona. Von der Deutschsprachigen Provinz der Comboni-Missionare waren vor allem die Theologiestudenten aus dem relativ nahen Innsbruck mit ihrem Leiter und zugleich Provinzial, P. Josef Altenburger, zugegen. Sie gestalteten die Feier musikalisch mit.

In den verschiedenen Grußbotschaften und Ansprachen – vor allem von Architekt Dr. Mahlknecht, Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder, Bürgermeister Dr. Albert Pürgstaller und Provinzial P. Altenburger – hoben die Sprecher die Bedeutung des Hauses und seiner Bewohner für die Comboni-Missionare und für Südtirol hervor. Als erstes Haus der Comboni-Missionare auf deutschsprachigem Boden war es als Pendant zum Haus im italienischen Verona 1895 erworben und bezogen worden. Seither hat es immer einen gewissen Kontaktpunkt zum italienischsprachigen Teil der Ordensgemeinschaft dargestellt. Es wurde auch unterstrichen, dass die Sanierungsmaßnahme den rund 1.000 Jahre alten romanischen Wehrturm umfasste, was wirklich ein Stück Erhalten von Südtiroler Kulturgut bedeutet!

Pater Altenburger nahm zudem die Möglichkeit wahr, den Verantwortlichen während der Sanierung zu danken: Geometer Heinrich Ferretti und Architekt Dr. Christian Mahlknecht sowie den begleitenden Mitbrüdern wie Provinzverwalter Br. Bernhard Hengl, der mehr oder weniger fast jedes Wochenende von Ellwangen nach Brixen fahren musste, außerdem Br. Konrad Tremmel als ständigem Ansprechpartner vor Ort und Rektor P. Silvester Engl.

Gewiss wird Milland künftig ein Rückzugsort für Mitbrüder sein, die vom missionarischen Einsatz kommen oder dort Urlaub machen möchten. Es wird aber auch gehofft, dass das jetzt so schön gewordene Gebäude erst recht missionarische Impulse in seine Umgebung abgeben möge.

In diesen Tagen sind die Mitbrüder von Milland dabei, ins so schön sanierte Haus umziehen, selbst wenn an verschiedenen Punkten im Haus noch letzte Hand angelegt werden muss. Bald wird auch Platz für Feriengäste und Mieter im sanierten Gebäude sein.

Eröffnung des Missionshauses Milland
Sie öffnen den Weg ins neu renovierte Haus (v.l.n.r.): Br. Bernhard Hengl, P. Silvester Engl, Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder, Generalvikar P. Fabio Baldan, Provinzial P. Josef Altenburger, Bürgermeister Dr. Albert Pürgstaller, Architekt Dr. Christian Mahlknecht, Geometer Heinrich Ferretti, Br. Konrad Tremmel.

... und so erlebte ein unmittelbar Beteiligter die Feier:

Endlich ist er da, der Tag der Eröffnung und Einweihung unseres Ordenshauses nach 1½ Jahren Sanierungszeit. 20 Monate haben wir ziemlich zusammengedrängt in einem Teil des dritten Stockes des ehemaligen Studentenheimes „Xaverianum“, jetzt „Haus der Solidarität Luis Lintner“, gewohnt.

Drei Tage vor dem Eröffnungstermin ist die Baukommission durch das Haus gegangen und hat die Fehler und Mängel aufgelistet, die zu beheben sind. Nervös und hektisch liefen die Elektriker, Maler, Schreiner, Bodenleger durch Gänge und Räume, um die Mängel zu beheben. Ebenso eilig hatte es die Putzfirma, die mit grimmigen Blicken nicht sparte, weil ihre Arbeit durch das viele Hin- und Herlaufen erheblich erschwert und gestört wurde. Selbst am 4. November, dem Tag er Eröffnung, wurden noch Grünpflanzen in Gängen, Vorräumen und Sälen aufgestellt. Die Firma Vontavon, beauftragt für das Buffet, kam mit Stehtischen, Tischdecken, Geschirr und schön gezierten Speiseplatten, um mit ihrem reichhaltigen Angebot die Gäste nach der Eröffnungszeremonie zu erfreuen und zu erquicken. Vor dem Haus wurden zwei Mikrophone bereitgestellt, die die Grußworte der Redner und die Lieder, vorgetragen von den Theologiestudenten der internationalen Comboni-Gemeinschaft in Innsbruck, leicht hörbar machen sollten.

Gegen 15 Uhr trafen dann die ersten Gäste ein. Der Hausobere P. Silvester Engl empfing sie mit einem zufriedenen Lächeln und stellte sie den Mitbrüdern vor. Allmählich füllte sich der Platz mit religiösen und politischen Würdenträgern, Vertretern der Baufirmen, die an den Sanierungsarbeiten beteiligt waren, Ehrengäste, Mitarbeiter und Freunde des Hauses. Selbst aus Rom waren 4 von der Generalleitung erschienen: der Generalvikar P. Fabio Baldan, 2 Generalassistenten, nämlich P. José Odelir Magri und P. Tesfamariam Ghebrecristos und der Generalsekretär P. Giusppe Sandri. Kurz nach 16 Uhr traf auch der Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder ein. Mit einem gemeinsamen Lied begann dann die Feier. Geometer Heinrich Ferretti begrüßte die Gäste teilweise namentlich im Namen der Comboni-Missionare und erläuterte den Ablauf. Als erster Redner begrüßte der Provinzial der Deutschsprachigen Provinz, P. Josef Altenburger, die Mitfeiernden. Er betonte die mutige Entscheidung, die Sanierung in Angriff genommen zu haben, in Anbetracht der gegenwärtigen personellen Lage und wies auf die Bedeutung des Hauses in der Geschichte der Kongregation hin. Er dankte dem Projektanten Architekt Dr. Christian Mahlknecht, dem Koordinator der Bauarbeiten Geometer Heinrich Ferretti mit seinem Büro Studio Geoplan, den Firmenvertretern  und dem technischen Beirat Br. Bernhard Hengl und Br. Konrad Tremmel. Weiter verwies der Provinzial darauf, dass die Comboni-Missionare mit dieser Restaurierung auch einen wertvollen Beitrag geleistet zur Erhaltung eines wichtigen Kulturgebäudes haben, das zu den hervorragenden Bauten in der Brixner Bannmeile zählt. P. Altenburger dankte auch dem Landeshauptmann für den finanziellen Beitrag.

Anschließend ergriff der Landeshauptmann das Wort. In humorvoller und redegewandter Weise erinnerte er an die Herausforderungen unserer Zeit und an die Notwendigkeit, in der globalisierten Welt unseren Beitrag als Menschen, Christen und Missionare zu leisten. Er lobte die Arbeit und Ausstrahlung der Comboni-Missionare und rechtfertigte den Umbau, wodurch den alten und erholungsbedürftigen Missionaren ein zeitgemäßes Wohnen und eine wohlverdiente Betreuung gewährleistet wird. Das rechtfertigt den gewährten Beitrag des Landes Südtirol, der letztlich Geld des Steuerzahlers ist und allen zugute kommen soll.

Nach dem Landeshauptmann sprach Bürgermeister Dr. Albert Pürgstaller vor allem über die geistige und religiöse Komponente im Wirken der Comboni-Missionare und deren Bedeutung für das Land und die Welt, während sein Vorredner den kulturellen und humanitären Aspekt hervorgehoben hatte. Das Missionshaus habe vom Anfang an eine völkerverbindende Funktion gehabt und diese mögen sie weiterhin erfüllen. Im Haus der Solidarität wird das für das Volk besonders ersichtlich.  Auch er hatte Dankesworte an die Missionare und Firmen und gute Wünsche für die Zukunft der Ordensgemeinschaft.

Als weiterer Redner erläuterte der Projektant Architekt Dr. Christian Mahlknecht den restaurierungsbedürftigen Zustand des Gebäudes, die ausgeführten Sanierungsarbeiten, die gewonnenen Nutzräume und unterstrich die gute Zusammenarbeit. Bei Sanierungen von Altbauten muss immer mit Überraschungen gerechnet werden, und es bedarf vieler Überlegungen und einer fachgerechten Ausführung. Was an diesem Gebäude gemacht wurde, kann als gut und gelungen bezeichnet werden.

Den Abschluss der Reden bildete die Ansprache von Generalvikar der Diözese Bozen-Brixen Lic. Josef Matzneller über den Sinn und Zweck des Segens und der Segenszeremonie. Die Feier wurde aufgelockert und gleichzeitig vertieft durch passende Lieder der Theologiestudenten aus Ländern von Afrika und Lateinamerika. Sie brachten bunte Farben und Internationalität in die Feier.

Als Akt der Eröffnung schnitt schließlich der Landeshauptmann das rote Band durch und die Gäste konnten jetzt das renovierte Haus betreten und besichtigen.

Ohne Zweifel bildet die Kapelle das Herzstück des Hauses. Sie wurde gestaltet vom Künstler Adolf Bachler aus Graz-Messendorf. Er selber gab noch eine kurze Einführung über sein Werk. Gerade zur rechten Zeit kam der Diözesanbischof Dr. Wilhelm Egger von einer anderen Verpflichtung, um die Kapelle zu segnen.

Durchgefroren und ermüdet vom Stehen während der Grußworte und der Einweihungszeremonie freuten sich nun alle, die Wärme des Hauses zu spüren und sich am Buffet bedienen zu können. Während dessen spielte ein Trio angenehme Hausmusik. Nach all den Ansprachen und der Hausbesichtigung gab es außerdem genug Gesprächsthemen für einen regen Meinungsaustausch.

Das Haus ist gesegnet und eröffnet. Es ist unser großer Wunsch, dass es entsprechend unserem Charisma mit missionarischem Geist und Leben erfüllt wird und weit über Brixen hinauswirkt.

P. Silvester Engl