(Platzhalter) Sr. Jude Veronica Njeri
Hermann Bentele P. Günther Hofmann
Logo der Comboni-Missionare der DSP Maggi
Jugendliche aus Kibremengist/Äthiopien Katechist aus Afrika
Priester aus Bahir Dar (Äthiopien) Indio-Junge
Albert Klingler Kind aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

P. Herbert Gimpl mit Kindern aus Villa Ecológica
Hier entsteht eine neue Siedlung. Überall Sand und Steine. Das Land um Arequipa ist Wüste.
Pater Herbert Gimpl aus Arequipa, Peru

Pater Herbert Gimpl aus Pölling bei Neumarkt ist seit zwölf Jahren Pfarrer einer großen Stadtrandpfarrei von Arequipa. Im Kindergarten seiner Pfarrei ist auch die „Missionarin auf Zeit“ Juliane Six tätig, die im nächsten Beitrag zu Wort kommt.

Seit Tagen ist ein Lied in mir, das ich vor Jahren gehört habe. Es wurde von einem Franziskaner aus Kolumbien geschrieben und trägt den Titel „El camino del pueblo“, „Der Weg des Volkes“. In einer Strophe heißt es: „Das Leben ist schon zu hart, um noch vom Schmerz zu singen. Singen wir von der Hoffnung, die uns Freude gibt.“

Ein flüchtiger Blick auf die soziale Situation in Peru genügt, um festzustellen, dass sich die Lage nicht verbessert hat.

peruanische Familie
Die Armut zeigt sich konkret: Hunger. An einigen Orten in den Stadtrandsiedlungen bekommen bedürftige Familien etwas zu essen.
Ein Erlebnis von vielen. Ich war mit meinen Schwestern und Schwagern, die mich im September besuchten, in Chincha (südlich von Lima) in einem Restaurant zum Abendessen. Es kam ein Junge herein, der seine Dienste als Schuhputzer anbot. Er schaute sich im ganzen Lokal um, und plötzlich stürzte er sich auf die Essensreste, die ein Gast auf seinem Teller zurückgelassen hatte und verschlang sie mit einer großen Gier. Der Hunger ist eine Realität im Land.

Aber ich wollte Euch ja nicht von Elend, Leid und Schmerz erzählen, sondern „von der Hoffnung, die uns Freude gibt“.

Im September konnte unser Kindergarten „San Rafael“ das 25-jährige Bestehen feiern. Es gab Veranstaltungen und sportliche Wettkämpfe für Kinder und ihre Eltern, Folkloretänze zusammen mit anderen Kindergärten. Zum Festgottesdienst kam der Erzbischof.

Heuer haben wir eine „Zweigstelle“ des Kindergartens in „Villa Ecológica“, dem Neubaugebiet unserer Pfarrei, eingerichtet. Die Bezahlung der Erzieherinnen und die Kosten für das Essen der Kinder gehen zu Lasten der Pfarrei. Ich glaube, dass hier die Hilfe, die wir bekommen, gut angelegt ist.

„Villa Ecológica“ wächst von Tag zu Tag. Es wird noch lange dauern, bis sich „Villa Ecológica“ in ein richtiges Stadtviertel verwandelt, aber die Leute haben die Hoffnung, dass es eines Tages Strom, Wasser, Spiel- und Sportplätze und auch eine Schule für die Kinder und die Jugendlichen geben wird.

P. Herbert Gimpl mit jungen Menschen
„Pueblos Jovenes“ – „junge Siedlungen“, werden die Armenviertel an den Stadträndern in Peru genannt. Auch die meisten Bewohner sind jung.
Ein wichtiges Ereignis im Leben unserer Gemeinde war das „Acontecimiento Redentor“ (wörtlich: „erlösendes Geschehen“) im Oktober. Eine Woche lang fanden in Häusern im ganzen Pfarrgebiet Zusammenkünfte der Nachbarn statt. Man sprach unter der Anleitung von Moderatoren über Dinge, die alle bewegen, und konfrontierte das alltägliche Leben mit dem „Wort Gottes“. Jeden Abend besuchte ich ein paar dieser Gruppen. Für viele war es eine großartige Erfahrung, die Isolierung aufzubrechen und sich mit den Nachbarn auszutauschen. Aus diesen Gruppen, die sich jetzt wenigstens einmal im Monat treffen, sollen mit der Zeit „ Basisgemeinden“ entstehen, in denen Kirche konkret und lebendig wird.

Wenn ich an Hoffnungszeichen denke, dann kommen mir auch die beiden jungen Frauen in den Sinn, Bettina Nöth (Kulmbach), die bis vergangenen Juli bei uns war, und Juliane Six (Zwiesel), ihre Nachfolgerin, die als „ Missionarinnen auf Zeit“ bei uns mitleben und im Kindergarten und in der Pfarrei mitarbeiten. Sie sind nicht zum Zeitvertreib hier, ihr Engagement steckt auch andere junge Leute an.

„Kein sportliches oder kulturelles Ereignis bringt so viele Leute auf die Beine“ lautete der Kommentar eines Fernsehreporters. Etwa 40000 Menschen waren ins Stadion gekommen, um die „Virgen de Chapi“ (Mutter Gottes von Chapi) zu „verabschieden“. Durch ein Erdbeben im Jahr 2001 war die Kirche in Chapi (etwa 60 Kilometer von Arequipa entfernt) so schwer beschädigt worden, dass sie abgerissen werden musste. Übergangsweise hatte man die Statue nach Arequipa gebracht. Das neue Heiligtum ist zwar noch nicht gebaut, aber die Bevölkerung und der neue Bischof wollten, dass die „Virgen von Chapi“ wieder an ihren Ursprungsort zurückkehren soll. So wurde die frühere Kapelle wieder hergerichtet, um das Gnadenbild aufzunehmen. Nun werden die Arequipeños wieder in die Wüste pilgern, um ihre „Mamita“ zu besuchen und ihr ihre Anliegen vorzutragen.