Land für Kleinbauern
Anfänge des Projekts Rio Peixe
In der Region Balsas, 250 km von der Stadt Balsas entfernt, inmitten von großen Soja-Projekten, befindet sich das Projekt Rio Peixe. Es wurde 1998 durch die Bauernvereinigung ACA, in Begleitung von Comboni-Missionar Br. Bruno Haspinger entwickelt und aufgebaut.
Voraus ging ein jahrelanger Kampf um Land gegen einige Großgrundbesitzer und Landspekulanten, die sich am Sojaprojekt beteiligen, das auf insgesamt 1,2 Millionen Hektar Land voran getrieben wird.
Sojaanbau und Agrargifte
Das Problem ist nicht, dass die Großen auf den Grundstücken der Kleinen Soja anbauen wollen, sondern für die Sojaproduktion werden riesige Hochflächen gerodet, auf welchen bisher nie etwas angebaut wurde. Durch neue Technologien und Bodenbearbeitung eignen sich diese Savannen sehr für den Sojaanbau. Zur Vernichtung von Unkraut und Insekten müssen jedoch große Mengen Agrargifte ausgetragen werden. Es gibt Äcker mit 20 Tausend Hektar am Stück, so dass die Chemie nur mit dem Flugzeug ausgetragen werden kann. In der Regenzeit kommen Rückstände von diesem Gift in die Talniederungen und vergiften die Flüsse. Damit wird der Lebensraum der Kleinbauern zerstört. Es gibt ganze Regionen, in welchen keine Fische mehr in den Flüssen leben.
Dokumentation von Einschüchterungspraktiken
Kleinbauern werden gedrängt umzusiedeln oder in die Stadt abzuwandern, obwohl sie seit Generationen in der Region ansässig waren. Bauern, die nicht bereit sind zu gehen, werden teilweise durch bezahlte Killer gefoltert, manche auch getötet. Durch eine sehr ausgedehnte Dokumentation und die gerichtliche Anzeige von mehreren Betrieben und der Landesregierung, ist es der ACA gelungen, viele Fälle zu beweisen und eine Fläche von 90 Tausend Hektar Land für die Kleinbauern zu gewinnen.
Land der Kleinbauern – Reisfelder
Auf dieser Fläche wächst nun nach und nach das Projekt Rio Peixe. Es setzt sich zusammen aus Bauerngruppen, die getrennt oder in Gemeinschaftsarbeit neue Produktionsweisen erproben. Anfangs wurde viel Reis angebaut, bis die Regierung begann Reis zu importieren und billiger zu verkaufen als die Bauern ihn liefern konnten.
Schule der Bauernfamilie
Auch wurde eine „Schule der Bauernfamilie“ EFA eingerichtet, die einem dualen Ausbildungssystem folgt. Die Schüler sind halbzeitig in der Schule und zu Hause. Die Schule selber hat verschiedenen Projekte, wie Fischzucht, Viehzucht, Obstgarten, Hühner, Bienen usw. Es werden neue Anbauweisen durchgeführt und wenn die Schüler zu Hause sind, werden die in der Schule gewonnenen Kenntnisse, zusammen mit den Eltern und der Dorfgemeinschaft ausprobiert.
Die Schule ist zwar staatlich anerkannt, aber bis jetzt ist die Landesregierung, trotz Verträge und Versprechungen nicht bereit, die Kosten der Lehrerbesoldung zu übernehmen.
Ausgelaugte Sojafelder werden zu Sandwüsten
Ein anderes Problem ist die Vermarktung der Produkte, weil es neben den riesigen Sojaprojekten praktisch keine Strukturen für die Kleinen gibt. Es besteht auch kein politischer Wille, dieses Problem anders zu lösen, als durch Abwanderung, denn wenn es in den Talniederungen keine Kleinbauern mehr gibt, können die Großen auf den Hochebenen tun was sie wollen. Wenn nach Jahren die Sojaproduktion nicht mehr funktioniert, ziehen die Großbauern erfahrungsgemäß weg. Zurück bleibt eine Sandwüste.
So können Sie helfen!
| 1 Monatsgehalt für einen Lehrer: | 145 Euro |
| 1 Monat Sozialleistungen: | 140 Euro |
| 1 Monatslohn der Köchin: | 95 Euro |
| 1 Monatsbeitrag der Eltern: | 30 Euro |
| Schulmittel für ein Jahr: | 20 Euro |
Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung
Comboni Missionare
Missionsprokura
Bruder Burno Haspinger
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Länderinformationen Brasilien:
- beim Fischer Weltalmanach
