Innsbrucker Studenten
Die Innsbrucker Studentengemeinschaft mit den beiden Leitern, Pater Herbert Gimpl (2. von links) und Pater Aldo Sierra (ganz rechts).

Oktober 2009

„Lerngemeinschaft Weltkirche“

Pater Herbert Gimpl aus Pölling bei Neumarkt in der Oberpfalz ist Leiter der Studentengemeinschaft der Comboni-Missionare in Innsbruck. Er gibt uns im folgenden Bericht einen kleinen Einblick in ihre Gemeinschaft.

Der Abschied von der Stadtrandpfarrei „EI Buen Pastor“ in Arequipa/Peru ist mir und auch den Menschen dort nicht leicht gefallen. Für mich war die Rückkehr nach Innsbruck ein neuer Anfang und ich muss mich erst wieder zurechtfinden in der Studentengemeinschaft und im neuen Umfeld.

Innerhalb der Gemeinschaft der Comboni-Missionare sollen die Studienhäuser in die südliche Erdhälfte verlegt werden. Die meisten missionarischen Berufungen kommen zurzeit ja aus diesen Ländern. So wurde das „Aus“ der Studienhäuser in Europa und Nordamerika bereits eingeläutet; umso überraschender war es, dass heuer drei neue Studenten, Deogratias aus Uganda, Mariusz und Albert aus Polen, in unsere Gemeinschaft kamen. So sind wir jetzt elf Studenten (aus Afrika, Lateinamerika und Europa) und die beiden Leiter, P. Aldo aus Mexiko und ich. Auch P. Franz Weber gehört zu uns. Er ist Professor für Pastoraltheologie und Missionswissenschaft an der theologischen Fakultät. Dort bedauert man die mögliche Schließung unseres Hauses, denn unsere Studenten haben an der Fakultät einen recht guten Ruf und bringen „Farbe“ in die theologische Ausbildung, sie bringen ja auch ihre eigenen Erfahrungen von der Kirche in ihren Ländern mit.

Unser Leben fußt auf vier Pfeilern: das Leben in der Gemeinschaft, das Gebet und der persönliche Glaubensweg, das Studium der Theologie und die pastoralen und sozialen Einsätze. „Lerngemeinschaft Weltkirche“ ist heute ein Schlagwort geworden. Die Idee, voneinander zu lernen, versuchen wir im Kleinen zu verwirklichen. Und dies ist nicht immer leicht. Da braucht es eine große Bereitschaft, um sich den Anderen zu öffnen, aufeinander zu hören und dann die alltäglichen Dinge miteinander zu tun, wie Hausputz, Kochen, Einkaufen, Wäschewaschen und die Kleinigkeiten, die in jedem Haushalt und in jeder Gemeinschaft anfallen. Es ist aber auch bereichernd, zu sehen und zu hören, wie man die Dinge in anderen Ländern macht. So gibt es bei uns manchmal ein Essen aus Äthiopien, Costa Rica, Mexiko oder Polen. Das Zusammenleben Gleichaltriger aus verschiedenen Ländern und Kulturen soll sie für die Arbeit in der Mission vorbereiten.