(Platzhalter) Sr. Assunta Arraghie
Hermann Bentele P. Herbert Gimpl
Logo der Comboni-Missionare der DSP Stefanie Dandolo
Jugendliche aus Kibremengist (Äthiopien) afrikanischer Mann
Frau aus Kibremengist/Äthiopien Junge aus Quito / Ecuador
Rudi Junge aus Kibremengist
(Platzhalter) Indigena-Frau

Februar 2005

Das Gefängnis in Socabaya

P. Herbert Gimpl in Socabaya
Pater Herbert Gimpl hört Beichte im Gefängnis von Socabaya.
Pater Herbert Gimpl aus Pölling bei Neumarkt schreibt aus Arequipa, Peru:

Montag in der Karwoche.

Im Frauengefängnis in Socabya herrscht geschäftige Aufregung. Heute kommt der neue Erzbischof zu Besuch. „Von den Frauen wusste ich, dass die Gefängnisleitung alles so gut organisieren würde, dass sie keine Gelegenheit haben würden, mit dem Bischof zu sprechen“, sagt Pater Herbert.

Die Beichte beim Bischof kann die Leitung nicht verbieten. In dieser gespannten Atmosphäre gelingt es dem Bischof, den Frauen eine Gute Nachricht der Hoffnung und der Zuversicht zu bringen: „In dieser Heiligen Woche“ , hat er gesagt, “muss man nahe bei denen sein, die leiden; bei den Armen; bei denen, die auf Gerechtigkeit warten, dass sie ihre Freiheit wiedererlangen.“

Pater Herbert erzählt: „Einen Tag nach seinem Einstand hatte ich den Bischof gebeten, diejenigen zu besuchen, die ihn nicht besuchen könnten: die Schwestern in den Klausurklöstern und die Frauen und Männer im Gefängnis. Auch an die Gefängnisleitung hatte ich einen Appell gerichtet, die internen Strafen zum Osterfest zu erlassen.“

Eine der Frauen, Olga, war nämlich ins „Loch“ (Strafzelle) gesteckt worden. Einen Monat hatte sie noch in Einzelhaft abzusitzen. Der Erzbischof hat diesen Appell aufgegriffen. Und so blieb der Leitung nichts anderes übrig, als die Strafe zu erlassen. Olga wurde schon längere Zeit von den Autoritäten bedrängt, ihre Tochter zur Adoption frei zu geben. Schließlich wusste sie keinen anderen Ausweg mehr, als durch die Einnahme eines Reinigungsmittels ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Mercedes, die wieder wegen (Klein-)Drogenhandels einsitzt, war besorgt um ihren kleinen Sohn Angel. Er war zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus. Während der Schwangerschaft hatte sie getrunken und Drogen genommen. Bald nach der Geburt zeigten sich die Folgeerscheinungen: eine Art epileptischer Anfälle. Bestimmte Analysen und eine Tomographie konnten im Krankenhaus nicht durchgeführt werden und waren auch von der allgemeinen Versicherung nicht gedeckt. Freunde in Deutschland haben uns spontan geholfen und die Kosten gedeckt. Ihnen ein herzliches Vergelt's Gott. Wir hoffen, dem kleinen Angel helfen zu können und ihm einen Weg ins Leben zu bahnen.

Pater Herbert erzählt: „Bei der Gründonnerstagsliturgie habe ich zwölf Frauen die Füße gewaschen. Mercedes und Olga waren dabei. Jesus lässt sich nicht durch Mauern, Gitter, Schloss und Riegel abhalten, wenn Menschen in Not sind. “