(Platzhalter) junge afrikanische Frau
Maria Schneider P. Herbert Gimpl
Logo der Comboni-Missionare der DSP Nina Kerker
Jugendliche aus Kibremengist (Äthiopien) Katechist aus Afrika
Frau aus Kibremengist/Äthiopien junge  Frau aus Peru
Alois Hönle Mädchen aus Tabankulu (Südafrika)
(Platzhalter) Indigena-Frau

Oktober 2001

Innsbruck: Nicht jeder Österreicher kann jodeln

Pater Karl Peinhopf schreibt über das internationale Studienhaus der Comboni-Missionare in Innsbruck:

Studenten aus Innsbruck
Die Studenten aus Innsbruck mit Freunden beim Gottesdienst in Josefstal
Bestand die Kongregation der Comboni-Missionare bisher fast zur Gänze aus Europäern, vor allem Italienern, so stammen jetzt schon 30 Prozent der Mitglieder aus Afrika und Amerika. Das sieht man besonders deutlich an den Kandidaten, die jetzt bei den Comboni-Missionaren eintreten: von fünf stammen vier aus der südlichen Erdkugel und nur einer aus einem europäischen Land. Nach Zahlen genau waren es in den letzten drei Jahren: 43 Prozent aus Afrika, 33 Prozent aus Lateinamerika, 19 Prozent aus Europa und 4 Prozent aus Asien. Dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken.

Deutlich spiegelt sich das in den internationalen Ausbildungshäusern, auch Scholastikat genannt, wieder. Bei uns studieren im Studienjahr 2000/01 neun Afrikaner (aus Togo, Uganda, Kenia, Eritrea und Äthiopien), fünf Mexikaner und ein Italiener. Die beiden Studienleiter kommen aus Portugal und Österreich.

In einer solchen Gemeinschaft zu leben, ist auf den ersten Blick faszinierend. Manchmal erleben wir, dass uns jemand, der uns das erste Mal erlebt, "in den Himmel heben will". Es stellt aber auch eine starke Herausforderung im konkreten Zusammenleben dar. Einmal sind es gewisse Sprachschwierigkeiten. Dann gibt es auch verschiedene kulturelle Sensibilitäten. So meine ich als Österreicher, dass zu einem Fest nur die Gäste kommen dürfen, die sich angemeldet haben. Für Afrikaner hingegen gehört einfach dazu, dass alle Freunde eingeladen sind.

Jede Kultur hat ihre Stärken, aber auch Ihre Grenzen. Bald merkt man auch, dass nicht jeder Afrikaner mit Trommeln umgehen und nicht jeder Mexikaner Gitarre spielen kann, genausowenig wie jeder Österreicher jodeln kann. Trotz dieser Hürden ist das Zusammenleben eine positive Erfahrung.

Heute, wo die Fremdenfeindlichkeit zuzunehmen scheint, wollen wir ein schlichtes Zeugnis geben, dass internationale Gemeinschaften auf der Basis des Evangeliums lebbar sind und Zukunft haben.